Die Feuerwehr will Vize-Posten "überdenken" (NRZ 05.03.2001)

Moers. Rettungswege in der Geschwister-Scholl-Gesamtschule waren nicht vorhanden, Brandvorkehrungen nicht getroffen, Vorschriften wurden missachtet. Es war schlimm, was die Brandschauen in den öffentlichen Gebäuden (wir berichteten) zutage brachten. Nun stellt sich die Frage: Wer im Rathaus war für diese Zustände verantwortlich? Die Grünen-Fraktion war bereits im letzten Rat vorgeprescht. Sie will von Feuerwehr-Dezernent Siegmund Ehrmann (er ist auch für Personal und Organisation zuständig) wissen, wo da im Amt geschlampt wurde. Kommenden Freitag tagt nun der Feuerwehr-Ausschuss. Erfahren wird die Politik dann zumindest, dass über den künftigen Vize-Chefposten in der Feuerwehr noch gehörig nachgedacht wird. Denn der bisherige zweite Mann am Jostenhof, Jörn Stehr, verlässt die Grafenstadt und wechselt zum 1. April nach Minden. In Moers wollte man ihn als Chef nicht haben. Ob und wie seine Stelle wieder besetzt wird, das ist noch offen. "Doch die Zuständigkeiten sind klar", sagte uns gestern Dezernent Ehrmann. "Wenn Amtsleiter Rudolph nicht da ist, ist der ranghöchste Beamte der Wehrführer." Mit Christoph Rudolph als neuem Feuerwehr-Chef (seit August letzten Jahres, er kommt aus Essen) hat das Amt bereits frischen Wind erfahren. Mit Rudolph steht ein Mann an der Spitze der Truppe, der auch "Sozialkompetenz" besitzt. Im Klartext: Mit ihm kann man reden. Er kann Menschen führen. Diese Eigenschaften sind wichtig für das Amt, das sich nach den Brandschauen nun politischer Krtitik ausgesetzt sieht. "Wir erhöhen die Schlagzahl und sind auf einem guten Weg", so Dezernent Ehrmann. Dies ist auch gut so, denn in früheren Zeiten wurde bei der Feuerwehr allzu bürokratisch gedacht. Etwa, als der einstige Chef einfach ein Jahr zu Hause blieb, um Überstunden abzufeiern.