Sofortige Sanierung

Dr.-Ing. Horst Leiermann, Vereidigter Sachverständiger für Asbestzement, Wilhelm-Bernsau-Weg 56, schreibt zur WN-Ausgabe Nummer 40, Seite 2:
"Gerade zwei Jahre ist die Verseuchung der Schule bekannt und schon gibt es eine Elterninitiative die ,sehr kritisere' Fragen stellt. Das wird die Verwaltung aber mächtig beeindrucken.
    Nach dem Leserbrief von Oberstudiendirektor Beckmann ist es so: 1. PCB ist gefährlich. 2. Die zulässige Grenze wird in der Schule überschritten. 3. In zwei Jahren wurden zwei (!) Räume saniert. 4. In den anderen verseuchten Räumen wird weiter unterrichtet. 5. Eine rechtliche Handhabe, die Sanierung zu beschleunigen, fehlt.
    Nun muss sich ein Gutachter an das Recht halten. Aber er kann, meiner Meinung nach muss er, hinzufügen: 1. Unsere Umwelt-Gesetze sind mangelhaft. 2. Die Grenzwerte sind oft zu hoch. Sie berücksichtigen das Geld mehr als die Gesundheit. 3. Ich würde mein Kind nicht in eine verseuchte Schule schicken.
    Auch bei der heutigen Gesetzgebung lässt sich eine sofortige Sanierung durchsetzen. Das passierte in meiner Praxis, in einer Schule bei Wesel. Ein energischer Elternvertreter hatte dies erreicht. Anscheinend drohte er mit Streik; mit Sicherheit innerhalb der Legalität: Er war Beamter der Kripo. Wenn es kein Gesetz gibt, das bei einer Gesundheitsgefährdung eine sofortige Sanierung fordert, so gibt es offenbar auch kein Gesetz das Lehrer und Eltern zwingt, ihre Kinder in verseuchte Räume zu schicken.
    Was tun? Nach zweijähriger Hampelei auf Politiker zu warten, ist unrealistisch. Natürlich ist es die Frage, wie Direktor Beckmann schreibt, ob Lehrer und Eltern sich mit der Situation abfinden.
Ich möchte seine Fragen präzisieren: 1. Warum sperrt der Direktor nicht verseuchte Räume für den Unterricht? 2. Gibt es keinen Lehrer und keine Lehrerin, die sich weigern in verseuchten Räumen zu unterrichten? 3. Gibt es keine Eltern, die ihrem Kind ein Betreten verseuchter Räume verbieten? Bei zu dünnem Eis tun sie es doch auch.
    "Wenn allerdings das Verantwortungsbewusstsein soweit nicht reicht, kann ich den Kindern auch nicht helfen."